Pastor Denecke nach 32 Jahren wieder in Jakobus

Nachricht 20. Februar 2022

Mutmachender Gottesdienst mit starker Predigt

Am Sonntag war Pastor i.R. Dr. Axel Denecke zu Besuch in der Jakobuskirche und predigte wie vor 32 Jahren. So lange ist es her, dass er die Evangelisch-lutherische Jakobusgemeinde in Osnabrück verlassen hat und zunächst nach Hannover und dann nach Hamburg gegangen ist.

Unter den Gottesdienstbesuchern war auch Otto Weymann, damals Vikar unter Pastor Denecke und heute Pastor an St. Katharinen in der Osnabrücker Innenstadt. Unter Pastor Denecke ist auch die Jakobuskirche entstanden, die 1985 geweiht wurde. In seiner Predigt machte der erfahrene Theologe den Anwesenden Mut, unbeirrt weiter an der Gemeinde Jesu Christi zu bauen – und sich dabei nicht vom Äußeren täuschen zu lassen.

Ob der Samen aufgeht, das liegt nicht in unserer Hand, doch einiges bringt Frucht, darauf kommt es an.

Dr. Axel Denecke, Pastor der Jakobusgemeinde von 1982 bis 1990

Gar keine Kirche gebaut

Axel Denecke war der Pastor, der in den 1980er-Jahren den Bau der Jakobuskirche begleitet hat. Ein „kleines bis mittleres Wunder“ habe er es damals genannt, dass der Neubau der Kirche möglich gewesen wäre, zitierte Björn Dehnen, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Jakobusgemeinde, aus einem alten Zeitungsartikel. Dabei wäre es gar keine Kirche gewesen, die im Osnabrücker Stadtteil Schinkel-Ost vor fast 40 Jahren gebaut wurde, wie Pastor Denecke vergnügt erklärte: „Wir haben einen Gemeinderaum gebaut, hierfür gab es damals 150 DM Zuschuss pro Quadratmeter, für Kirchen nur 100 DM.“

In seiner Predigt bezog sich Pastor Denecke auf das Gleichnis vom Sämann aus dem Markus-Evangelium (Mk 4,3-9). Etliches von dem, das er säte, fiel auf den Weg, wo es von den Vögeln gefressen wurde, oder auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, oder unter die Dornen, wo es nicht emporwachsen konnte. Das Übrige fiel auf das gute Land, ging auf und wuchs und brachte Frucht. Unsere Situation heute sei nicht viel anders als die damals. „Zeit meines Lebens habe ich gesät, säe noch, aber nur ein kleiner Teil hat Frucht gebracht“, sagte der 83-Jährige. Wir säten so gut wie möglich und wüssten nicht, wo der Samen aufgeht. „Das liegt nicht in unserer Hand.“ Schon damals hätten sich die Anhänger Jesu beschwert, dass sie nur so wenige seien, bei denen die Frucht aufgegangen wäre – und bezog sich damit auf die heutigen Klagen, dass wir immer weniger werden. „So war es immer, so ist es heute, doch einiges bringt Frucht, darauf kommt es an“, machte Pastor Denecke der versammelten Gemeinde Mut. „Unsere Aufgabe ist es zu säen, in Jakobus, in Osnabrück, überall.“ Wenn er zurückblicke, stelle er fest, dass manches Frucht getragen habe, „daran habe ich immer fest geglaubt“. Sein Wunsch: „Lasst uns weiter unbeirrt die Gemeinde Jesu Christi bauen. Und lassen wir uns dabei nicht vom Äußeren täuschen. Niemand sieht, was versteckt im Boden wächst. Aber Gott sieht es.“

Danke für die Ermutigung, die Sie uns mit auf den Weg gegeben haben.

Anne-Kathrin Bode, Pastorin der Jakobusgemeinde seit 2020

Zurück zu den Wurzeln

Anne-Kathrin Bode, seit eineinhalb Jahren Pastorin der Jakobusgemeinde, gab der Besuch Axel Deneckes das Gefühl, ein wenig näher „an die Wurzeln der Gemeinde zu kommen“. Zugleich wäre der Gottesdienst mit dem ehemaligen Pastor der Jakobusgemeinde eine Bereicherung gewesen: „Danke für die Ermutigung, die Sie uns mit auf den Weg gegeben haben.“ Als Dank überreichte sie Pastor Denecke die Jubiläums-CD der Jacob’s Gospel Singers, des Gospelchors der Jakobusgemeinde, und die neueste Ausgabe des Gemeindebriefs. Den bekommt Pastor Denecke sonst immer zugeschickt. Dieses Mal konnte er ihn persönlich in Empfang nehmen.