Zwischenstopp ohne Anhalten

Nachricht 01. März 2021

Landesbischof Meister schaltet sich von unterwegs in digitalen Gemeindeempfang ein

15 Kirchengemeinden stehen auf dem Reiseplan von Ralf Meister für den 28. Februar und den 1. März. Am Ende werden es zwei mehr sein, denen der Landesbischof einen Besuch abstattet, ganz ohne zusätzliche Wege zurückzulegen und ohne anzuhalten – quasi im Vorbeifahren. Anlass der Tour durch den Sprengel Osnabrück ist die Aktion „Osterfunken“, bei der der leitende Geistliche der Landeskirche Hannovers Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen in den Wochen bis Ostern je 100 Osterkerzen als Hoffnungszeichen überbringt.

Die Kerzen waren bereits angekommen in den Evangelisch-lutherischen Gemeinden Jakobus und Timotheus in Osnabrück. Ein persönlicher Besuch des Landesbischofs war allerdings nicht geplant. Der Zufall wollte es, dass die Rückfahrt von Ralf Meister nach Hannover am Sonntag zeitlich zusammenfiel mit dem digitalen Mitarbeitenden-Empfang der zwei Kirchengemeinden mit rund 50 Haupt- und Ehrenamtlichen. So schaltete sich der Landesbischof kurzerhand in die Videokonferenz ein – von der Rückbank seines Dienstwagens, einem Elektroauto, mit dem er nach Hause gefahren wurde. Organisiert hatten die spontane Aktion die Geistlichen beider Gemeinden: Pastorin Anne-Kathrin Bode und Pastor Sören Engler.

Die Kerzen sollen ein Symbol des Trostes und der Zuversicht sein, eine kleine Geste, die ausdrücken soll, da ist ein Licht, das nie verlischt: die Liebe Gottes.

Landesbischof Ralf Meister

Lied aus der Konfirmandenzeit

Unterwegs auf der A2, erklärte Ralf Meister, wie er auf die Idee mit den Osterkerzen gekommen sei. Er habe sich an das Lied „10.000 Kerzen“ aus seiner Konfirmandenzeit erinnert. Daraufhin sei in der Bischofskanzlei die Idee entstanden, 25.000 Osterkerzen an 250 Kirchengemeinden in der Landeskirche zu verschenken und 10.000 davon in 100 Kirchengemeinden persönlich zu übergeben. „Die Kerzen sollen ein Symbol des Trostes und der Zuversicht sein, eine kleine Geste, die ausdrücken soll, da ist ein Licht, das nie verlischt: die Liebe Gottes“, sagte der Landesbischof, der den Mitarbeitenden beider Gemeinden für ihre Arbeit in dieser schweren Zeit dankte. „Lassen Sie sich nicht entmutigen.“ Pastorin Bode und Pastor Engler unterstrichen die Bedeutung der Aktion gerade für kleinere Kirchengemeinden: „Wir fühlen uns wahrgenommen.“ Gleichzeitig sei eine Botschaft der Hoffnung, die Angst überwinden helfe, in der Passions- und Osterzeit existenziell wichtig. „Wir weisen mit unseren Kerzen gemeinsam auf das Licht, das heller scheint als 10.000 Kerzen zusammen: das Licht Jesu Christi.“

Wir weisen mit unseren Kerzen gemeinsam auf das Licht, das heller scheint als 10.000 Kerzen zusammen: das Licht Jesu Christi.

Pastorin Anne-Kathrin Bode und Pastor Sören Engler

Erste Digitalorgel im Kirchenkreis

Ein weiterer Höhepunkt des digitalen Empfangs nach dem Überraschungsbesuch des Landesbischofs war die Vorstellung der neuen, elektronischen Orgel der Jakobusgemeinde, die erst zwei Tage zuvor aufgebaut worden war. Organist Lorenz Wehmeier stellte das Instrument vor – die erste Digitalorgel im Kirchenkreis Osnabrück – und gab eine Klangprobe. Die neue Orgel hat im Vergleich zur alten 34 statt acht Register und zwei Manuale statt nur eines – und eröffnet dadurch völlig neue Möglichkeiten. Ein weiterer Vorteil: Sie ist äußerst wartungsarm.